Lecsó

Kindheitserinnerung oder Lecsó neu aufgewärmt

Lecsó habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen. Dabei ist es eindeutig eines DER Lieblingsgerichte aus meiner Kindheit. Das besondere dabei, dafür stand immer mein Vater am Herd. Es gab genau 3 Standardgerichte – Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer und eben Lecsó – die er regelmäßig aufgetischt und perfektioniert hat. Kein Wunder, dass ich sie noch heute als wahre Küchenmeisterwerke in Erinnerung habe und immer wieder gerne an deren begeistertes Vertilgen zurück denke. Wenn ich mich recht erinnere, geht das Lecsó Rezept auf einen Urlaub in Ungarn, dem Herkunftsland des Gerichts, zurück. Es konnte also gar nicht anders als überwältigend gut sein.

Dieses hier ist im wahrsten Sinne des Wortes eine abgespeckte Variante, denn es kommt ohne die ungarische Salami im Originalrezept aus, ist aber fast genauso lecker. Durch die Salami hat das Lecsó meines Vaters eine leicht rauchige Note bekommen, was mich wahrscheinlich so lange davon abgehalten hat eine pflanzliche Variante nachzubauen, bis es mir gestern wie Schuppen von den Augen fiel. Wieso hatte ich bisher nie an geräuchertes Paprikapulver gedacht, was in meiner Küche nun wirklich nicht selten zum Einsatz kommt? Ich Dösbaddel! Aber was ich die letzten Monate versäumt habe, kann ich ja jetzt umso häufiger nachholen, zumal dieses Rezept wirklich einige Vorteile zu bieten hat. Es ist relativ preiswert, nicht sehr aufwendig in der Zubereitung und lässt sich auch in größeren Portionen für mehrere Tage vorbereiten, denn wie man das von Eintöpfen so kennt, schmeckt das Lescsó nach stundenlangem Durchziehen am nächsten Tag noch besser. Auch kalt mag ich es sehr gerne, so dass es sich gut für die Mittagspause im Büro eignet, vor allem wenn Ihr keine Möglichkeit habt, Euer Essen aufzuwärmen. Und als herzhaftes Frühstück macht das Lescó bestimmt auch keine schlechte Figur. Also, unbedingt ausprobieren, würde ich sagen.


Lecsó – so wird’s gemacht


Zutaten für 3 Portionen
1 Gemüsezwiebel
5 gelbe Spitzpaprika
2 große rote Spitzpaprika
5 große, feste Tomaten
3 EL Olivenöl und etwas mehr für das Brot
3 TL edelsüßes Paprikapulver
1 TL scharfes Paprikapulver
1/2 TL mildes gräuchertes Paprikapulver
Salz
Pfeffer

Zum Servieren
3 Scheiben von Eurem Lieblings Sauerbrot
etwas Petersilie fürs Auge


Zubereitung
1.   Die Gemüsezwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Paprika waschen, vierteln und in grobe Stücke schneiden. Die Tomaten ebenfalls waschen, grob würfeln, in eine Schüssel geben, mit den Gewürzen vermischen und zum durchziehen beiseite stellen.

2.   Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel dazugeben. Bei mittlerer Hitze mindestens 10 Minuten anschwitzen. Die Zwiebeln sollen schön weich werden und durch das milde rösten ihren natürlich enthaltenen Zucker freisetzen. Dann die Paprika dazugeben und ebenfalls 10 bis 15 Minuten schmoren lassen. Wenn es anfängt in Eurer Küche ganz intensiv nach Paprika zu duften, seid Ihr auf dem richtigen Weg und könnt die Tomaten dazugeben. Mit den Tomaten weitere 10 Minuten einkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Falls Euch das Lecsó noch nicht aromatisch genug erscheint, lasst es einfach etwas länger köcheln.

3.   Das Brot im Toaster leicht rösten, anschließend mit Olivenöl beträufeln und das Lescó darüber verteilen. Wer mag, streut nocht etwas Petersilie darüber.

Notiz: Anfangs fand ich gräuchertes Paprikapulver gewöhnungsbedürftig. Wenn Ihr es noch nicht verwendet habt, empfehle ich ein vorsichtiges herantasten. Das Lecsó schmeckt übrigens auch ohne das geräucherte Paprikapulver lecker.

Zubereitungszeit: 10 Minuten Vorbereitung, 30 Minuten Kochzeit

 

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